Archiv für 2019

Finanzbehörden nutzen Internet verstärkt für Recherchen

Unternehmer berichten immer häufiger, dass Finanzbehörden das Internet dazu nutzen, Informationen zu sammeln und Unternehmer zu dort veröffentlichten Aktivitäten, Geschäftsreisen oder anderen Informationen zu befragen. Ziel ist es, Hinweise für evtl. nicht deklarierte Umsätze zu erhalten. Nicht nur vor diesem Hintergrund sollten Unternehmer immer kritisch prüfen, ob und was sie im Internet publizieren. Es empfiehlt sich, den Internetauftritt – ggf. mit dem Steuerberater – alle drei bis sechs Monate auf potenziell für die Finanzbehörden nutzbare Informationen zu prüfen und im Zweifel Korrekturen vorzunehmen.

Eigenverbrauch: Pauschbeträge für 2019

Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) hat die Pauschbeträge für unentgeltliche Wertabgaben (Sachentnahmen für Eigenverbrauch) für 2019 in einem Schreiben veröffentlicht. Die Pauschalen werden auf Grundlage der vom Statistischen Bundesamt berechneten Aufwendungen privater Haushalte für Lebensmittel festgelegt und beruhen auf Erfahrungswerten. Mit den Pauschbeträgen ersparen sich Betroffene die Aufzeichnung von Einzelentnahmen.

Download-Tipp

Die Pauschbeträge für Sachentnahmen 2019 finden Sie im BMF-Schreiben vom 12.12.2018 – IV A 4 – S 1547/13/10001-06 NWB IAAAH-03420.

Umsatzsteuer Konsequenzen des Brexit

Das BMF hat ein Schreiben zu den umsatzsteuerlichen Konsequenzen des Austritts des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland aus der Europäischen Union veröffentlicht.

Hintergrund: Am 29.3.2017 unterrichtete das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland (im Folgenden: Vereinigtes Königreich) den Europäischen Rat von seiner Absicht, aus der Europäischen Union auszutreten, und leitete damit das Verfahren nach Artikel 50 des Vertrags über die Europäische Union ein. Sofern keine anderweitige politische Lösung gefunden wird, droht mit Ablauf des 12.4.2019 ein ungeregelter Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union.

Das BMF äußert sich in seinem Schreiben zu folgenden Punkten:
1.
Anwendbare Vorschriften

2.
Behandlung von Lieferungen vor dem 13.4.2019, bei denen die gelieferten Gegenstände nach dem 12.4.2019 in das Vereinigte Königreich oder in das Inland gelangen

3.
Umsätze in Konsignationslagern

4.
Behandlung von sonstigen Leistungen (Dauerleistungen), deren Erbringung vor dem 13.4.2019 beginnt und nach dem 12.4.2019 endet

5.
Kleine einzige Anlaufstelle (Mini-One-Stop-Shop) für bestimmte Dienstleistungen

6.
Vorsteuer-Vergütungsverfahren

7.
Bestätigungsverfahren nach § 18e UStG

8.
Haftung für die Umsatzsteuer beim Handel mit Waren im Internet (§§ 22f, 25e und 27 Abs. 25 UStG)

9.
Bearbeitung von Amtshilfeersuchen

10.
Änderung des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses

Hinweis:

Das Schreiben ist auf der Homepage des BMF veröffentlicht.

Mehr Auswahl bei steuerfreien Gehaltsextras

Edenred und die DATEV eG erweitern ihre Kooperation rund um steuerfreie Gehaltsextras. DATEV-Mitglieder und deren Mandanten können nun zusätzlich die beiden neuen Edenred-Gutscheinkarten Ticket Plus Fit & Gesund und Ticket Restaurant Karte zu vergünstigten Konditionen nutzen, um gegenüber ihren Mitarbeitern durch steuerbegünstigte Zusatzleistungen Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen.

Neu ist unter anderem, dass sich steuerfreie Zuschüsse nun auch ganz gezielt auf die Gesundheitsförderung der Mitarbeiter zuschneiden lassen. Dazu dient die Ticket Plus Fit & Gesund Karte, die sich monatlich bis zu einem Sachbezugswert von 44 Euro (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG) aufladen lässt. Das Guthaben können die Mitarbeiter dann bei ausgesuchten Partnern im Sport- und Gesundheitsbereich einlösen. Als Zusatzbenefit zur Karte unterstützt ein exklusives Gesundheitsportal bei der Umsetzung der Gesundheitsziele im Arbeitsalltag. Es liefert kompakte Trainingstipps in Form von Checklisten, Trainingsplänen oder -videos und stellt motivierende Teamaktionen und Challenges bereit, bei denen sich Kolleginnen und Kollegen herausfordern und miteinander messen können. Außerdem bietet das Portal einen persönlichen Gesundheitsservice mit Themen-Abos, persönlichem Gesundheitstag oder Gesundheitsterminen sowie Online-Kurse an – beispielsweise zu den Themen Ernährung oder Stressbewältigung. Zudem lassen sich erreichte Ziele dort honorieren, indem als Belohnung für Gesundheitsaktivitäten Gesundheitspunkte gesammelt und digitale Urkunden ausgestellt werden können.

Auch beim Thema Essensgeld-Zuschuss gibt es eine Weiterentwicklung. Neben den bewährten Ticket Restaurant Menü-Schecks lässt sich das Guthaben auch auf die neue Ticket Restaurant Karte laden – eine Prepaid Mastercard, die wie eine Kreditkarte funktioniert. Arbeitnehmer können damit täglich in Höhe eines durch den Arbeitgeber festgelegten Tagesguthabens im Restaurant bezahlen. Bis zu 6,40 Euro pro Tag und Mitarbeiter kann der Arbeitgeber auf die Karte transferieren. Ob der steuerbegünstigte Zuschuss über die Menü-Schecks oder die Karte gewährt wird: In beiden Fällen sparen Unternehmen und Mitarbeiter die sonst anfallenden Lohnnebenkosten. Daneben stehen im Rahmen der Kooperation weiterhin auch die Edenred-Produkte Ticket Plus und Ticket Shopping – ebenfalls elektronische Guthabenkarten – zur Verfügung, auf die der Arbeitgeber steuer- und sozialabgabenfreie Gehaltsextras aufbuchen kann.

2019 bleibt vom Gehalt spürbar mehr übrig

Größtes Plus im Geldbeutel haben erneut mittlere Gehaltsklassen

Der Jahreswechsel geht mit einer guten Nachricht einher. 2019 können sich alle Arbeitnehmer auf höhere Auszahlungsbeträge von ihrem Gehalt freuen. Die gesetzlichen Änderungen bei der Einkommensteuer und der Sozialversicherung, die mit dem neuen Jahr greifen, wirken sich durch die Bank weg positiv auf den Lohn- und Gehaltsabrechnungen aus. Für geringere Abzüge sorgt insbesondere die erneute Anhebung des steuerlichen Grund- und Kinderfreibetrags. Während der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung um 0,5 Prozentpunkte sinkt, wird die Pflegeversicherung in gleichem Maße angehoben. Dafür trägt vom Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung, den der Arbeitnehmer bislang alleine zu finanzieren hatte, künftig die Hälfte der Arbeitgeber.

In Summe sorgen diese Neuregelungen für ein vergleichsweise kräftiges Plus im Geldbeutel. Verglichen mit den Entlastungen vom vergangenen Jahr fällt die Ersparnis diesmal im Schnitt etwa doppelt so hoch aus. Dabei kommt der Geldsegen nicht bei allen Beschäftigten in gleichem Maß an. Wie sich die gesetzlichen Änderungen in verschiedenen Gehaltsstufen auf dem Konto bemerkbar machen, haben wir einmal für die Konstellationen Single (Steuerklasse I), verheiratet (Steuerklasse III), verheiratet mit zwei Kindern (Steuerklasse III) und alleinerziehend mit einem Kind (Steuerklasse II) berechnet.

Wie bereits im Vorjahr verzeichnen auch 2019 die mittleren Gehaltsklassen das größte Plus bei ihren Nettobezügen. Bei Überschreitung der Gehaltsstufe von 6.500 EUR fällt die Ersparnis wieder etwas geringer aus, da dann die Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenzen in der Renten- und Arbeitslosenversicherung einen Teil der positiven Auswirkungen wieder zunichtemacht. Am meisten profitieren deshalb über alle Steuerklassen hinweg Beschäftigte mit einem monatlichen Brutto-Gehalt von 6.500 Euro. Die absoluten Gewinner sind Alleinerziehende und Alleinstehende in dieser Gehaltsstufe. Sie können sich über ein Plus von 498 bzw. 492 Euro im Jahr freuen. Den geringsten Zuwachs im Geldbeutel verzeichnen Verheiratete mit einem geringen Einkommen von 1.500 Euro. Bei Ihnen beläuft sich die Steuerersparnis 2019 immerhin noch auf 90 Euro im Jahr.

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